Zoos steigern Artenschutzbemühungen: Anzahl der Auswilderungen deutlich gestiegen

(28.12.2020) Die zoologischen Gärten haben ihre Anstrengungen im Artenschutz in den vergangenen Jahren deutlich intensiviert. Das hat eine Untersuchung des Verbandes der Zoologischen Gärten bei seinen Mitgliedern ergeben.

Demnach konnten deutlich mehr in Zoos des Verbandes geborene und geschlüpfte Tiere für Auswilderungen bereitgestellt werden. So wurden in den Jahren 2018 und 2019 insgesamt 3.072 Individuen aus VdZ-Einrichtungen in die Wildnis verbracht. Die Tiere gehörten zu 46 verschiedenen Arten. Zuletzt hatte der Verband der Zoologischen Gärten 2016 einige hundert Auswilderungen pro Jahr registriert.

"Ich bin sehr stolz darauf, dass wir als Verband unseren Einfluss auf den international vernetzten Artenschutz derart deutlich steigern konnten", sagt Präsident Prof. Dr. Jörg Junhold, gleichzeitig Zoodirektor in Leipzig.


Erst im November waren erneut Wisente im Norden Aserbaidshans ausgewildert worden; darunter auch der zweijährige Bulle Beppo - geboren im Zoo Berlin

"Man darf nicht vergessen, dass die Auswilderungen so etwas wie die Königsdisziplin im Artenschutz darstellen. Das sind in der Regel hochkomplexe, langwierige und teure Prozesse. Umso mehr können wir als Zoogemeinschaft stolz darauf sein, dass wir Teil der Lösung auf das Problem des globalen Artensterbens sind."

Neben der eigenen Arbeit in der Haltung und Vermehrung von Tierarten wirkt der Verband der Zoologischen auch in Kooperationen für den Erhalt der Biodiversität. Mit der Stiftung Artenschutz, mit der er auch eine Bürogemeinschaft bildet, arbeitet der VdZ eng beim sogenannten in-situ-Artenschutz zusammen, also dem Bemühen um die bedrohten Arten direkt in ihren ursprünglichen Verbreitungsgebieten.

"Wir haben zusammen gerade zehn neue Projekte für hochbedrohte Arten aufgelegt, unter anderem für das Java-Pustelschwein und den Attenborough-Langschnabeligel, sagt VdZ-Geschäftsführer Volker Homes.

"Für uns bedeutet diese neue Form der Kooperation unter anderem, dass wir auch leben, was wir als Botschaft immer nach außen tragen - einen ganzheitlichen Ansatz beim Artenschutz, hier in Deutschland und global in der Wildnis, ein 'One-Plan-Approach' wie es international heißt."

Zusammen mit dem Verein Frogs & Friends und der Deutschen Gesellschaft für Herpetologie und Terrarienkunde bildet der Verband der Zoologischen Gärten seit zwei Jahren das Konsortium "Citizen Conservation". Zoos und private Wildtierhalter koordinieren und intensivieren hier ihre Bemühungen um bedrohte Amphibienarten.

"Mittlerweile ist das Programm auf zehn Arten angewachsen", sagt VdZ-Geschäftsführer Volker Homes. "Zusammen mit den kundigen Privatleuten bemühen wir uns unter anderem um den vom Aussterben bedrohten Lemur-Laubfrosch und den Vietnam-Krokodilmolch. Gemeinsam können wir einfach mehr für den Erhalt der Natur erreichen."


Weitere Meldungen

Deutsche Wildtier Stiftung

Luchs-Auswilderung durch die Deutsche Wildtier Stiftung im Pfälzerwald

Am Wochenende öffnete sich an einem geheim gehaltenen Ort die Käfigklappe. Innerhalb von Sekunden waren 3 Luchse im Dickicht des Waldes verschwunden
Weiterlesen

AG Amphibien- und Reptilienkrankheiten (AG ARK) der DGHT

Walter-Sachsse-Projekt der AG Amphibien- und Reptilienkrankheiten (AG ARK) der DGHT

Angeregt durch den Vortrag von Prof. Sachsse zur tiermedizinischen Betreuung von Artenschutzprojekten wird die AG ARK ein eigenständiges Projekt zu diesem Thema starten
Weiterlesen

Wisente sollen sich bald wieder frei in den Wittgensteiner Wäldern bewegen können; Bildquelle: Philipp Schmitz

Wisente sind bereit für die Auswilderung

Im Wittgensteiner Land läuft mit wissenschaftlicher Begleitung der Universität Siegen die Wiederansiedlung der Tiere in freier Wildbahn. Voraussichtlich im Frühjahr 2013 wird die Herde freigesetzt
Weiterlesen

Uhu (Bubo bubo); Bildquelle: Winfried Limpinsel

DNA-Test beim Uhu zur Herkunftsbestimmung

Forscher der Zoologischen Staatssammlung München klärten mittels genetischer Methoden die Herkunft eines Uhus auf, welcher eine für einheimische Uhus untypische Gefiederfärbung aufwies
Weiterlesen

Geier nehmen als Aasfresser für das Funktionieren des Ökosystems eine wichtige Rolle ein; Bildquelle: Thielscher, Erich/piclease

Gänsegeier kehren nach Bulgarien zurück

Projekt der Zoologischen Gesellschaft Frankfurt ZGF zum Schutz der Biodiversität im Balkangebirge – DBU stiftete rund 320.000 Euro 
Weiterlesen

Dr. Birgit Seitlinger von der Kleintierpraxis Alkoven bei der Auswilderung des Waldkauzes

Kleintierpraxis Alkoven: Waldkauz-Auswilderung

Der vor kurzem in Alkoven neben der Strasse gefundene Waldkauz, konnte letzte Woche erfolgreich ausgewildert werden
Weiterlesen


Wissenschaft


Universitäten


Neuerscheinungen