Tagung zu Naturschutzgenetik am NHM Wien

(06.02.2018) Vom 26. bis 28. Februar 2018 findet das „3rd Annual Meeting in Conservation Genetics“ am NHM Wien statt.

Das „Annual Meeting in Conservation Genetics“ befasst sich mit einer Disziplin, die sich mit genetischen Anwendungen im Natur- und Artenschutz beschäftigt: der Naturschutzgenetik (engl. conservation genetics).

Naturhistorisches Museum Wien; Bildquelle: NHM Wien, Kurt Kracher
Naturhistorisches Museum Wien

An der internationalen Tagungsreihe, die abwechselnd von einer österreichischen, schweizerischen und deutschen Institution veranstaltet wird, nehmen ca. 100 Fachleute aus der ganzen Welt teil, die in Vorträgen und Diskussionen neue Entwicklungen und Ergebnisse aus der Naturschutz-genetik vorstellen und bewerten.

Unterschiedliche Schwerpunkte der wissenschaftlichen Forschung umfassen Themen wie:

  • Erfassung der genetischen Vielfalt bedrohter Arten
  • Quantifizierung von Inzucht in kleinen Populationen
  • Identifikation von Genfluss und seinen Barrieren
  • Identifikation von genetischen Einheiten auf Populationsebene oder darüber
  • Inventarisierung von biologischer Vielfalt anhand von DNA aus Gewässer- oder Bodenproben

Insgesamt 30 Vorträge finden während der 3. Jahrestagung im Vortragssaal des NHM Wien statt.

Den Auftakt macht am 26. Februar 2018 Franz Essl (Universität Wien) mit einem öffentlichen Vortrag über invasive Arten und ihren Einfluss auf Ökosysteme weltweit.

Am 27. und 28. Februar 2018 folgen weitere Vorträge von und für TagungsteilnehmerInnen. Die beiden Hauptvorträge dieser Tage stammen von Andreas Wilting (Institut für Zoo- und Wildtierforschung in Berlin) und Desiré Dalton (Forschungsinstitut der National Zoological Gardens in Pretoria, Südafrika).

Die Präsentation von Andreas Wilting umfasst seine Arbeiten über eine ungewöhnliche Methode, an DNA von seltenen und versteckt lebenden Säugetieren in Südostasien zu gelangen: Sein Team beschäftigt sich mit Blutegeln und analysiert deren Mageninhalt.

Desiré Dalton stellt genetische Untersuchungen an verschiedenen afrikanischen Arten wie Nashörnern und Schuppentieren vor und unterstreicht den Nutzen von altem Sammlungsmaterial in Museen.

Wissenschaftliche Vorträge von ForscherInnen am NHM Wien stammen von Frank Zachos („Witnessing extinction – temporal genetic analysis of a dwindling population of European Rollers (Coracias garrulus)“) und Omri Bronstein („From gene pools to oceans – genetics in the service of conservation of commercially exploited sea urchin species“). Als weitere wissenschaftliche Beiträge des NHM Wien werden acht von insgesamt 43 Postern im Rahmen einer Postersession präsentiert.

Die Tagung wird organisiert und begleitet von Frank Zachos (Leiter der Säugetiersammlung), Elisabeth Haring (Direktorin der Abteilung Zentrale Forschungslaboratorien), Ernst Mikschi (Direktor der 1. Zoologischen Abteilung), Luise Kruckenhauser (Wissenschaftliche Mitarbeiterin der Zentralen Forschungslaboratorien) und Anja Palandacic (Sammlungsmanagerin der 1. Zoologischen Abteilung).

Details und Tagungsprogramm unter: https://consgen18.nhm-wien.ac.at



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