AGES & Vetmeduni: Ein Jahr Lehr- und Forschungskooperation für die Tiergesundheit in Tirol

(19.09.2021) Gemeinsamer Schwerpunkt auf Infektionskrankheiten bei Rindern und kleinen Wiederkäuern im Alpenraum bei Lehre, Ausbildung und Forschungsprojekten hat sich bewährt

„Der hohe Tiergesundheitsstatus in Österreich ist keine Selbstverständlichkeit, sondern das Ergebnis der Zusammenarbeit von Landwirtinnen und Landwirten mit Tierärztinnen bzw. Tierärzten, Behörden und Wissenschaft“, betonen die AGES-Geschäftsführer Thomas Kickinger und Anton Reinl bei einem gemeinsamen Pressegespräch mit Petra Winter, Rektorin der Veterinärmedizinischen Universität Wien am AGES Standort Innsbruck.


v.l.n.r.: Johannes Lorenz Khol, Vizerektor Jürgen Rehage, Rektorin Petra Winter, Thomas Kickinger, Michael Dünser, Anton Reinl

Seit Sommer 2020 gibt es eine enge Kooperation zwischen der Vetmeduni und der AGES hinsichtlich Lehre, Ausbildung und Forschung mit dem Schwerpunkt Infektionskrankheiten bei Rindern und kleinen Wiederkäuern im Alpenraum.

„Durch unsere Außenstelle in Tirol nehmen wir unsere Verantwortung wahr, unseren Beitrag zur Sicherung der veterinärmedizinischen Versorgung im alpinen Raum zu leisten“, betonte Petra Winter.

Am AGES Standort Innsbruck wurde im Rahmen ihrer Regionalisierungsinitiative „VetmedRegio“ eine Vetmeduni-Außenstelle zum Thema „Der Wiederkäuer im Alpenraum“ gegründet, um einen Knotenpunkt zwischen praktizierenden Tierärztinnen und Tierärzten im Westen Österreichs mit der AGES sowie den Tiergesundheitsbehörden (Landesveterinärdirektion, Tiergesundheitsdienst) zu schaffen.

Fachtierarzt Lorenz Khol; Bildquelle: Vetmeduni Vienna

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Ziel ist es, den „Beruf des Großtierpraktikers direkt mit Profis in der Praxis zu erleben und diagnostisches sowie wissenschaftliches Arbeiten der Pathologie- und Labordiagnostikexpertinnen und -experten der AGES begleiten zu können“, betonte Michael Dünser, Leiter des Tiergesundheits-standortes Innsbruck.

„Gemeinsam mit der Politik, dem Berufsstand und lokalen Partnern stellen wir uns den Herausforderungen der alpinen Landwirtschaft“, unterstrich Vetmeduni-Rektorin Winter. Studierende können ihre praktische Ausbildung im Wiederkäuerbereich vertiefen und gleichzeitig „wichtige Kontakte für ihre zukünftige berufliche Verankerung in ihrer Tiroler Heimat knüpfen“.

Konkret verbringen Studierende, die sich im letzten Studienjahr für das Vertiefungsmodul „Wiederkäuermedizin“ entschieden haben, einen Teil ihrer Ausbildung in Tirol. In einem vielfältigen, praktischen Programm werden die Besonderheiten der alpinen Viehwirtschaft beleuchtet, es gibt Exkursionen zu umliegenden Betrieben mit intensivem Kontakt zu niedergelassenen Tierärztinnen und Tierärzten sowie Fachvorträge von den Veterinär-Expertinnen und -Experten der AGES. Zudem werden am Vetmed-Standort Innsbruck Diplomarbeiten mit Bezug zum Wiederkäuer im Alpenraum verfasst und im Rahmen von Kooperationsprojekten mit der AGES, dem Tiroler Tiergesundheitsdienst und der Landesveterinärbehörde auch Dissertationsprojekte betreut.

„Das ist mehr als ein Schnupperkurs in die Großtierpraxis“, betonte Dünser, so werde „erstmals in Österreich das Thema Paratuberkulose beim Kleinen Wiederkäuer wissenschaftlich fundiert bearbeitet“. Seitens der AGES würden die Analytik und pathologische Untersuchungen durchgeführt. Weitere aktuelle Dissertationen widmen sich der Moderhinke bei Schafen sowie der Rinder-Salmonellose.

Die „Attraktivierung von Standort und Lehre im Westen“ Österreichs sei eine „Win-Win-Situation“ für Studierende und Tiergesundheitseinrichtungen wie die AGES, so die AGES Geschäftsführer Kickinger und Reinl unisono.

Neben Vortragstätigkeiten und fachlichem Austausch bekämen die angehenden Tierärztinnen und Tierärzte bereits einen Einblick in die Zusammenarbeit von Wissenschaft und Behörden. „Damit wollen wir den Trend, dass zwei Drittel unserer Absolventinnen und Absolventen von Wien wieder in ihre Heimatbundesländer zurückkehren, verstärken“, betonte Rektorin Winter.

Michael Dünser versteht die Kooperation von AGES und Vetmeduni vor allem auch als „Unterstützung bei der Ausbildung zur Nutztierpraktikerin und Nutztierpraktiker“, denn diese würden auch in Zukunft dringend benötigt. Die Veterinärmedizinische Universität Wien bildet für Österreich Tierärztinnen und Tierärzte aus. Sie ist damit ein unverzichtbarer Baustein für die Aufrechterhaltung der flächendeckenden Gesundheit von Mensch und Tier in diesem Land.

Der Veterinärstandort der AGES in Innsbruck ist seit Gründung zu einem Zentrum für Infektionskrankheiten bei Rindern und kleinen Wiederkäuern ausgebaut worden – mit weiteren Schwerpunkten auf Parasitosen und Wildtierkrankheiten. Die Studierenden haben so die Möglichkeit, praktische Erfahrung in der Routine-Untersuchungstätigkeit beispielsweise in der Pathologie bei der Sektion eines Tuberkuloseverdachtsfalles beim Rotwild zu sammeln.

 Auch in der Analytik stehen punkto Serologie, Molekularbiologie und Mikrobiologie modernste Untersuchungsmöglichkeiten beispielsweise für Brucellose oder Moderhinke bei kleinen Wiederkäuern zur Verfügung. Neben einem Einblick in veterinärmedizinische Routinearbeiten wurde am Vetmeduni-Standort Innsbruck beispielsweise ein Parasitologie-Almprojekt gestartet.


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