GST: Hornkuh-Initiative verfolgt den falschen Ansatz

(17.10.2018) Für die Gesellschaft Schweizer Tierärztinnen und Tierärzte (GST) sind finanzielle Beiträge für Kuhhörner nicht zweckmässig. Sinnvoller sind Massnahmen, welche das Tierwohl insgesamt fördern.

Die Hornkuh-Initiative will Tierhalter mit Geld unterstützen, wenn sie ihren Kühen die Hörner lassen. Solche Einzelbeiträge sind aus Sicht der Gesellschaft Schweizer Tierärztinnen und Tierärzte (GST) jedoch der falsche Ansatz.

Sie ist grundsätzlich dafür, Massnahmen zu fördern, welche dem Tierwohl insgesamt zu Gute kommen. Dazu gehören bessere Haltungsbedingungen, zum Beispiel mehr Platz im Stall. Die GST unterstützt die Initiative daher nicht.

Gesellschaft Schweizer Tierärztinnen und Tierärzte (GST)

Eine Kuh hat sehr viel Kraft – ihre Masse ist unter Umständen zehnmal grösser als diejenige eines Menschen. Damit hat sie viel Verletzungspotenzial gegenüber Mensch und Tier. Die heutige Haltung erlaubt meist keine sichere Arbeit mit behornten Kühen für Tierhaltende und Tierärzte.

Kühe mit Hörnern im Anbindestall statt im Laufstall zu halten ist sicherer und einfacher. Weil das Geld einseitig auf die Hörner ausgerichtet ist, befürchtet die GST, dass Bauern ihre Kühe in der Folge wieder vermehrt im Anbindestall halten würden. Die Tierärztinnen und Tierärzte erachten die Bewegungsfreiheit im Laufstall aber als wichtigen Aspekt für das Wohlergehen der Kühe.

Wie sehr das Enthornen das Schmerzempfinden der Kühe beeinflusst, wird in einer wissenschaftlichen Studie an der Vetsuisse-Fakultät der Universität Bern untersucht. Aus Sicht der GST müssen diese Resultate berücksichtigt werden, um die künftige Praxis des Enthornens zu diskutieren.



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