Bericht zur Überwachung von Zoonosen und lebensmittelbedingten Krankheitsausbrüchen 2018

(06.08.2019) Im Bericht zur Überwachung von Zoonosen und lebensmittelbedingten Krankheitsausbrüchen werden die häufigsten Zoonosen zusammenfassend aufgeführt.

Zoonosen sind Krankheiten, die vom Tier auf den Menschen und umgekehrt übertragen werden können.

Schweiz Die am häufigsten verzeichneten Zoonosen beim Menschen bleiben auch 2018 Campylobacteriose und Salmonellose.

Ebenfalls Teil des Berichtes sind die lebensmittelbedingten Krankheitsausbrüche, da sich Menschen auch über den Konsum von kontaminierten Lebensmitteln tierischer Herkunft anstecken können.

Download: Bericht zur Überwachung von Zoonosen und lebensmittelbedingten Krankheitsausbrüchen

Drei Viertel aller neuauftretenden Erreger sind Zoonosen. Das sind Krankheiten, die von Tier auf Mensch und umgekehrt übertragen werden können. Der Mensch kann sich auf unterschiedlichem Weg anstecken, z. B. durch Lebensmittel, direkten Kontakt etc.

Manche Zoonosen betreffen nur wenige, andere (fast) alle Tierarten. Ebenso können nur einzelne Personen oder ganze Gruppen von Menschen betroffen sein (lebensmittelbedingte Gruppenerkrankungen).

An beliebten Ferienzielen resp. in Ländern mit geringem Hygienestandard kann das Ansteckungsrisiko für manche Zoonosen höher sein. In Industrieländern sind die Campylobacteriose und die Salmonellose die beiden häufigsten Zoonosen.

Bei manchen Zoonosen sind die Tiere nicht sichtbar krank, obwohl sie Träger des Erregers sind (sogenannte symptomlose Infektion). Eine Infektion lässt sich in solchen Fällen nur mittels aktiver Überwachung und Untersuchungen in Diagnostiklaboratorien feststellen. Kompetenten und anerkannten Diagnostiklaboratorien kommt daher eine zentrale Rolle zu.

Verschiedene Formen der Überwachung 

Ausgewählte Zoonosen werden mit spezifischen Programmen überwacht. Bei manchen werden auf allen Stufen der Lebensmittelproduktion (d. h. vom Tier bis zu Lebensmitteln im Supermarkt) Daten gesammelt.

Andere Zoonosen werden lediglich passiv überwacht, d. h. die Überwachung basiert auf gemeldeten Fällen. Federführend für die Sammlung von Daten beim Menschen ist das Bundesamt für Gesundheit (BAG).

Die gesetzliche Grundlage bildet die Verordnung des Eidgenössischen Departements des Innern (EDI) über Arzt- und Labormeldungen.

Die Überwachung beim Tier und bei den Lebensmitteln liegt in der Zuständigkeit des BLV; die gesetzliche Grundlage bildet die Tierseuchenverordnung resp. die Lebensmittel- und Gebrauchsgegenständeverordnung sowie die Verordnung des EDI über den Vollzug der Lebensmittelgesetzgebung.

Die Ergebnisse der Überwachung entscheiden mit darüber, ob Massnahmen zur Bekämpfung ergriffen oder angepasst werden müssen. Das BLV stellt zudem Informationen bereit, wie man sich vor einer Ansteckung schützen und Lebensmittel sicher geniessen kann.

Zoonosen im Fokus 

Im Fokus der Überwachung stehen folgende Zoonosen:

  • Campylobacteriose
  • Salmonellose
  • Listeriose
  • Trichinellose
  • Tuberkulose
  • Brucellose
  • Echinococcose

Die Lage zu den überwachungspflichtigen Zoonosen wird jährlich im Bericht zur Überwachung von Zoonosen und lebensmittelbedingten Krankheitsausbrüchen veröffentlicht (siehe „Weitere Informationen“).

Zudem gibt es einen ausführlicheren Schweizer Zoonosenbericht für die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA). Aus den Berichten aller EU-Ländern und der Schweiz erstellt die EFSA jedes Jahr „The European Union summary report on trends and sources of zoonoses, zoonotic agents and food-borne outbreaks“.

In diesem Bericht ist nachzulesen, wie die Schweiz im Vergleich zu anderen Ländern Europas dasteht.



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