Aktuelle Resultate zur Wiederkäuerfütterung

(02.10.2012) Professor Südekum von der Universität Bonn war Gastreferent an der diesjährigen ALP-Tagung. Er referierte zur Proteinbewertung beim Wiederkäuer und zeigte Ansätze zur Weiterentwicklung auf.

Mitarbeitende von Agroscope stellten weitere aktuelle Resultate aus ihrer Forschungstätigkeit vor. Die Tagung der Forschungsanstalt Agroscope wurde zusammen mit Agridea in Posieux organisiert.


Ein Fernziel eines laufenden Agroscope-Versuches ist die Verzehrsschätzung auf der Weide

Die Tagung dient in erster Linie der Vermittlung von Informationen zu den neuesten Forschungsergebnissen von Agroscope. Daneben bietet sie im Bereich der Tierproduktion und Tierhaltung eine Plattform des Erfahrungs- und Wissensaustausches zwischen Forschung, Beratung, Lehre und Praxis.

Protein beim Wiederkäuer richtig bewerten

Eine möglichst genaue Ermittlung des nutzbaren Rohproteins am Dünndarm (nXP) ist wesentlich, um Wiederkäuer bedarfsgerecht zu versorgen wie Gastreferent Professor Südekum von der Universität Bonn ausführte. Untersuchungen am lebenden Tier (in-vivo) sind enorm aufwändig.

Als weltweit etabliertes Verfahren hat sich die sogenannte in-situ-Methode durchgesetzt, in der mittels fistulierten Kühen die Abbaubarkeit des Proteins bestimmt wird.

Nachteil ist jedoch, dass mit dieser Methode das mengenmässig weit wichtigere Mikrobenprotein nicht bestimmt werden kann. Als Alternative bietet sich der erweiterte Hohenheimer Futterwerttest an, wie Südekum weiter ausführte.

Dieser berücksichtigt den Stickstoff bzw. die Ammoniak-Stickstoff-Konzentration. Als weitere Alternativen kommen die chemische Rohproteinfraktionierung und der enzymatische Proteinabbau in Frage.

Mögliche Ansätze, das Proteinbewertungssystems weiterzuentwickeln, sind die Berücksichtigung der Passagerate, der Verdaulichkeit des Proteins im Dünndarm und der Aminosäurenanteil sowie -Zusammensetzung im nXP. Südekum folgerte unter anderem, dass trotz Mangel an in-vivo-Daten die Proteinwertschätzung von Futtermitteln mit Labormethoden möglich ist.

Voraussetzung ist jedoch eine einheitliche, standardisierte, durch Ringversuche überprüfte Methodik. Die Kalibrierung kann ersatzweise an in-situ-Daten erfolgen. Ausserdem ist eine Erweiterung der limitierenden essenziellen Aminosäuren anzustreben.

Weitere aktuelle Themen von Agroscope

Patrick Schlegel stellte die neusten Ergebnisse der Spurenelement-Gehalte im Wiesenfutter vor. Das Verzehrsverhalten, die Aktivität und der Energieaufwand von weidenden Kühen war das Thema im Vortrag von Fredy Schori.

Andreas Münger präsentierte das neu vorgesehene Kapitel „Fütterung der Milchkuh auf der Weide“ im Grünen Buch. Ueli Wyss zeigte in seinem Vortrag auf, dass Siliermittel unter Beachtung der kritischen Punkte auch bei Siloballen wirksam sein können.

Entwicklungen und Trends bei den Silomais- und Körnermaissorten in der Schweiz präsentierte Jürg Hiltbrunner. Schliesslich zeigte Yves Arrigo in seiner Präsentation auf, dass der Nährwert von Maissilage mit den gültigen Gleichungen nicht immer ohne weiteres geschätzt werden kann und unter gewissen Umständen Korrekturen notwendig sind.

Die Unterlagen zu den Vorträgen sind auf der Homepage www.agroscope.ch unter „Veranstaltungen“, im „Archiv“ und „bisherige Veranstaltungen: 2012“ abrufbar.



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