Nationales Hundehalter Brevet (NHB) löst Sachkundenachweis ab

(14.09.2017) Verband Kynologie Ausbildungen Schweiz (VKAS) lanciert ab 2018 freiwillige Kurse mit Prüfung

Mit einem Zufallsmehr beschloss der Nationalrat am 19. September 2016 die Aufhebung des obligatorischen Sachkundenachweises (SKN) für Hundehalter. Dies obschon sowohl Bundesrat als auch die zuständige Kommission für die Beibehaltung dieser Kurse plädierten.

Verband Kynologie Ausbildungen Schweiz (VKAS) Die SKN-Kurse für Hundehalter sind denn auch in einigen Kantonen gemäss deren Hundegesetze weiterhin vorgeschrieben.

Das seit Anfang dieses Jahres bestehende Ausbildungsvakuum soll nun aber ab Anfang 2018 wieder gefüllt werden. Der Verband Kynologie Ausbildungen Schweiz (VKAS) lanciert zusammen mit seinen Ausbildungsstätten das Nationale Hundehalter Brevet (NHB).

Anders als der SKN soll dieses Brevet jedoch auf freiwilliger Basis funktionieren. Ausserdem sieht es im praktischen wie im theoretischen Teil eine Prüfung zur Erlangung des Brevets vor, heisst es in der Mitteilung des VKAS. Mit einem attraktiven Kurskonzept wolle man möglichst viele Hundehalter zum Kursbesuch motivieren.

Für den einheitlichen Hundekurs ist der VKAS selber zuständig. Dazu hat er klare inhaltliche Vorgaben erlassen, wogegen in der Durchführung und der Vermittlung der Lerninhalte die Organisationen freie Hand haben, teilt der VKAS mit.

Als Richtlinien dienen die Prüfungsaufgaben, die Halter und Hund miteinander zu lösen haben, wenn sie das Brevet erlangen wollen.

Die im Bericht des Bundesamtes für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) aufgeführten Mängel und vorgeschlagenen Verbesserungen für den SKN würden beim NHB sowie bei der Ausbildung der Trainerpersonen und bei den Kursen berücksichtigt, erklärt Renè Rudin, Präsident des VKAS.

Lücke in der Prävention schliessen

Mit dem NHB wolle der VKAS im Bereich der Prävention diejenige Lücke schliessen, die durch den Wegfall des SKN entstanden ist. Auf diesem Weg können die Ausbildungsorganisationen ihre Konzepte weiter nutzen und den Kursleiterinnen und -leitern die Möglichkeit geben, ihr Wissen weiter zu vermitteln.

Die Ausbildung beinhaltet in erster Linie Lernziele, über die der sichere und möglichst konfliktfreie Umgang des Halters mit seinem Hund in Alltagssituationen trainierten werden kann.

Im Vordergrund stehe die Verantwortung des Halters, seinen Hund so zu führen, damit er ein Verhalten zeigen kann, welches seinem eigenen Wohl wie auch den Anforderungen der Gesellschaft gerecht wird, heisst es beim VKAS.

Der VKAS wird in seinen Bemühungen unterstützt von verschiedenen Partnerorganisationen, so unter anderem vom Bundesamtes für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV), vom Schweizer Tierschutz (STS), von der Gesellschaft Schweizer Tierärztinnen und Tierärzte (GST) sowie der Vereinigung für Kleintiermedizin (SVK).

Der Verband Schweizer Kantonstierärzte (VSKT) begrüsst die Bestrebungen, die Sozialverträglichkeit der Hundepopulation zu verbessern.

Verantwortung und Spass kombiniert

Das Konzept steht praktisch wie organisatorisch auf guten Füssen und ist für die Einführung bereit. Das neue NHB will der VKAS durch entsprechende Kommunikation über alle Bevölkerungsgruppen, Behörden, Verbände, Organisationen, Schulen, Ausbildner und Tierärzte an den Hundehalter bringen und möglicht viele davon zur Absolvierung von Kurs und Brevet motivieren.

Dabei wolle man an das Verantwortungsbewusstsein der Hundehalter appellieren, doch sollen die Kurse auch Spass und Freude an der Arbeit des Mensch-Hund-Teams vermitteln.

“Wir wollen nicht mit dem Mahnfinger an die Hundehalter herantreten, sondern Lernideen fördern, bei denen der Spass am gemeinsamen Erfolgt im Vordergrund steht”, umschreibt René Rudin die Vorstellungen des VKAS. Damit wolle man im selben Zuge zu einem guten Image des Hundehalters in der Gesellschaft beitragen.

Unter dem Namen Kynologie Ausbildungen Schweiz (VKAS) haben sich im Mai 2014 mehrere Ausbildungsinstitutionen aus dem Bereich der Kynologie zu einem Verband zusammengeschlossen.

Es sind dies die SC Akademie, Certodog, Triple S, Kynologie Schweiz, NF Footstep, VSH Verband Schweizer Hundeschulen, SK-9, Cumcane Familiari, FRC Fédération Romande de Cynologie, die SKG (Schweizerische Kynologische Gesellschaft) AoA Formation-Education und die Schweizerische Schule für Blindenführhunde Allschwil.

Es handelt sich um Institutionen, die Personen als Kursleiter und Fachspezialisten im Bereiche der Kynologie ausbilden und über eine externe Qualitätskontrolle zertifiziert sind. Sie alle engagieren sich für eine art- und tierschutzgerechte Zucht, Haltung, Ausbildung im Hundewesen. (VKAS)



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