Bei der Milchproduktion werden in der Schweiz weniger Antibiotika eingesetzt

(03.11.2015) Der Einsatz von Antibiotika in der Milchproduktion ist in den letzten 10 bis 15 Jahren leicht zurückgegangen. Eine weitere Abnahme der eingesetzten Mengen an Antibiotika bei der Milchproduktion ist bei der Anwendung als Euterschutz möglich.

In einer Übersichtsstudie hat Agroscope den Stand und mögliche Ansatzpunkte für eine Reduktion des Antibiotikaeinsatzes in der Milchproduktion zusammengefasst.

Momentane Situation

Da in der Veterinärmedizin teilweise die gleichen Antibiotika wie in der Humanmedizin eingesetzt werden, ist davon auszugehen, dass die therapeutischen und prophylaktischen Anwendungen von Antibiotika in der Nutztierhaltung die Resistenzsituation in der Humanmedizin mitbeeinflussen.


Der Einsatz von Antibiotika kann zu resistenten Keimen führen
Die Anwendungen als Euterschutz (bei 30–40 % der Kühe) und Behandlungen von Euterinfektionen während der Laktation (bei über 20 % der Kühe) sind die mit Abstand häufigsten Gründe für einen Antibiotikaeinsatz in der Milchproduktion.

Die verfügbaren Daten zeigen, dass der Einsatz von Antibiotika in der Milchproduktion in den letzten 10 bis 15 Jahren leicht zurückgegangen ist. Eine weitere

Forschungstätigkeiten von Agroscope tragen zur Verbesserung der Datenbasis bei. Bereits laufende und geplante Erhebungen zum Einsatz von Antibiotika in der Tiermedizin und der Resistenz-situation bei ausgewählten Keimgruppen müssen in Zukunft genauere und zuverlässigere Daten liefern, um effiziente und effektive Massnahmen daraus ableiten zu können.

Unterstützende Hinweise zur Vermeidung des Einsatzes von Antibiotika sind aus den Ergebnissen der Forschungstätigkeiten zu erwarten. Agroscope hat dazu das Forschungs-programm REDYMO lanciert (REDYMO = Reduktion und Dynamik resistenter und persistenter Mikroorganismen in der Lebensmittelkette).

Hierbei stehen drei Bereiche der Lebensmittelherstellung im Mittelpunkt: Milchwirtschaft, Schweinehaltung und die Produktion pflanzlicher Lebensmittel. Detaillierte Informationen finden sich auf der REDYMO Website und im Agroscope Science 10/2014 „Mögliche Ansatzpunkte und Massnahmen, die zu einer Reduktion des Einsatzes von Antibiotika in der Milchproduktion beitragen könnten“.



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