Konzept 2011 für den Kampf gegen die Tigermücke

(22.07.2011) Seit einigen Jahren wird in der Schweiz das Vorkommen von Tigermücken festgestellt, die – wenn sie infiziert sind – das Dengue- und Chikungunya-Fieber übertragen können.

Konzept 2011 für den Kampf gegen die Tigermücke In Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Gesundheit und der Arbeitsgruppe Mücke des Kantons Tessin hat das Bundesamt für Umwelt am 30. Juni 2011 zu Handen der Kantone ein Konzept vorgelegt, das diesen ermöglicht, die Mücke und die Krankheiten, die sie verbreiten könnte, effizient, verhältnismässig und nachhaltig zu bekämpfen.

Durch menschliche Aktivitäten, insbesondere Transport und Handel, werden laufend neue Tier- und Pflanzenarten in die Schweiz eingeschleppt. Dazu gehören auch Insekten, die Träger von Krankheiten sein können.

Die Tigermücke, welche Krankheiten wie das Dengue- und das Chikungunya-Fieber übertragen kann, kommt im Passagierraum von Autos, in Waren oder durch den Handel mit gebrauchten Reifen oder exotischen Pflanzen in die Schweiz.

Tigermücke in der Schweiz ist nicht infiziert

Übertragen werden die Krankheitskeime durch den Mückenstich. Wenn sich Tigermücken im Umfeld von infizierten Personen aufhalten, diese stechen und sich  anstecken, können sie dann den Virus weiter verbreiten. Die in der Schweiz vorgenommenen Kontrollen haben gezeigt, dass die Tigermückenpopulationen, die seit 2007 im Tessin vorkommen, vorläufig nicht Krankheitsträgerinnen sind.

Prävention, Überwachung und Bekämpfung

Der Kampf gegen die Mücken und die Krankheitskeime, welche sie übertragen, hat in erster Linie zum Ziel, die Gesundheit der Menschen zu schützen, dabei aber gleichzeitig Umwelt, Biodiversität und Nachhaltigkeit zu berücksichtigen.

Der Kampf ist langfristig angelegt und findet in mehreren Bereichen statt: Vorbeugung gegen Stiche (Bekleidung), Reduktion der Mückenpopulation (Zerstörung von Brutplätzen der Mücken, Eliminierung von Larven und erwachsenen Tieren), Vorbeugung gegen die Folgen für die Gesundheit von Menschen und der Umwelt im Zusammenhang mit dem Einsatz von Insektiziden (Resistenz gegen Insektizide, Giftigkeit, Anreicherung, Verweildauer), Überwachung von Mückenpopulationen und von Krankheitsfällen (zielgerichtete Aktionen). Das Konzept hat zum Ziel, eine Umsetzung zu garantieren, die alle Aspekte mit einbezieht.

Hilfe für die Kantone

Das Konzept 2011 für den Kampf gegen die Tigermücke und die Krankheiten, die sie in der Schweiz verbreiten könnte, richtet sich an die Kantone, die jetzt oder in Zukunft durch das Vorkommen der Tigermücke auf ihrem Kantonsgebiet betroffen sind. Es kann auch als Informationsquelle für das interessierte Publikum und als Modell für andere Tierarten dienen, welche die gleichen Probleme verursachen. Das BAFU und das BAG werden das Dokument den Kantonen über die bereits existierenden Diskussionsplattformen zukommen lassen.



Artikel kommentieren

Weitere Meldungen

Schweiz

Zoonosenbericht 2017 erschienen

Die am häufigsten verzeichneten Zoonosen beim Menschen bleiben auch 2017 Campylobacteriose und Salmonellose
Weiterlesen

Zoonosenbericht 2016 erschienen

Zoonosenbericht 2016 erschienen

Das BLV publiziert jährlich Resultate zur Überwachung von Zoonosen und lebensmittelbedingten Krankheitsausbrüchen
Weiterlesen

Schweizer Zoonosenbericht

Schweizer Zoonosenbericht 2011 ist erschienen

Anfang September 2012 ist der Schweizer Zoonosenbericht 2011 erschienen
Weiterlesen

Zoonosenbericht 2009

Zoonosenbericht 2009 erschienen

Lebensmittel in der Schweiz sind im internationalen Vergleich sicher. Dies zeigt der am 20.9.2010 vom Bundesamt für Veterinärwesen publizierte Schweizer Zoonosenbericht 2009
Weiterlesen

BVET

Tollwut in Nord-Italien: Schweiz sorgt vor

Die Tollwut hat sich im Nordosten Italiens unter Füchsen stark ausgebreitet. In den Südtälern Graubündens wird nun die Tollwut-Überwachung verstärkt und die Schweiz bereitet sich auf Impfungen von Füchsen vor für den Fall, dass die Krankheit noch näher an die Schweizer Grenze vorrückt
Weiterlesen

Schweiz: Zoonosebericht 2004 erschienen

Die kürzlich publik gewordenen Listerien-Fälle beweisen, wie wichtig der Kampf gegen die Zoonosen ist. Zoonosen sind Krankheiten, welche direkt vom Tier, oder indirekt via Lebensmittel, auf den Menschen übertragen werden. Sie lassen sich nur in inter-disziplinärer Zusammenarbeit wirksam überwachen und bekämpfen. In der Schweiz befasst sich damit die Arbeitsgruppe Zoonosen, deren "Zoonosebericht 2004" soeben erschienen ist
Weiterlesen

Schweizer Zoonosebericht 2003: Lebensmittel von Tieren sind sicher

Fleisch und Lebensmittel aus tierischen Produkten erwiesen sich auch 2003 als überaus sicher. Das berichtet das Bundesamt für Veterinärwesen (BVET) im "Schweizer Zoonosebericht 2003". Zoonosen sind Tierkrankheiten, die auch den Menschen befallen können
Weiterlesen