Zweiter Jahresbericht zur Tierschutzcharta der Pharmaindustrie

(13.09.2012) Die forschende Pharmaindustrie der Schweiz veröffentlicht 2012 zum zweiten Mal ihren Jahresbericht zu der 2010 verabschiedeten Tierschutzcharta.

In dieser Charta verpflichteten sich die Mitgliedsfirmen von Interpharma, die Bedingungen bei Tierversuchen und den Schutz der Labortiere weiter zu verbessern und zu fördern.

Die forschende Pharmaindustrie erfüllt in der Schweiz die Auflagen einer der weltweit striktesten Tierschutzgesetzgebungen. Das Anliegen der global tätigen Mitgliedsfirmen von Interpharma, diese hohen Standards in der Schweiz weiter zu fördern sowie weltweit ständige Verbesserung anzustreben, wurde 2010 in einer Zehnpunktecharta verankert. Mit dem zehnten Punkt dieser Charta verpflichten sich die zehn Firmen, über ihre Fortschritte im Bereich Tierschutz zu berichten.

Anerkennung von Alternativmethoden

Die forschenden pharmazeutischen Firmen orientieren sich am Leitsatz der 3R-Prinzipien: Tierversuche reduzieren (reduce), verbessern (refine) und ersetzen (replace). Um diesen Leitsatz umsetzen zu können, wird ständig nach neuen und verbesserten Methoden geforscht, bei denen durch Optimierung weniger Tiere benötigt werden, die für die Tiere weniger belastend sind oder sogar dem dritten R, also dem Ersatz, entsprechen.

Die Suche nach Alternativmethoden lohnt sich sowohl für die Tiere als auch für die Firmen. Denn Alternativmethoden sind meistens weniger kostenintensiv und liefern besser reproduzierbare Resultate als Tiermodelle. Die Publikation von Alternativmethoden ist für deren Anerkennung mitunter ein wesentlicher Erfolgsfaktor.

Nur von den regulatorischen Behörden anerkannte und validierte Methoden sind letztendlich für die Tiere von Nutzen. Werden die Alternativmethoden nicht von den Behörden anerkannt, müssen die Firmen zusätzlich auf die herkömmlichen Tiermodelle zurückgreifen.

Da es aber für viele Forschungsgebiete noch keine guten Ersatzmethoden gibt, ist die ständige Innovation und Weiterentwicklung unabdingbar. Um einen Einblick in die aktuelle Forschung zu gewähren, werden im diesjährigen Jahresbericht einige Beispiele für Alternativmethoden vorgestellt, welche im Berichtsjahr publiziert werden konnten.

Voneinander lernen

Das neu geschaffene Austauschprogramm für Tierpfleger und Tierpflegerinnen zwischen Firmen mit unterschiedlichen Forschungsgebieten und Tiermodellen ist ein wichtiger Beitrag zur Aus- und Weiterbildung des Fachpersonals.

Die Tierpfleger und Tierpflegerinnen erhalten so die Möglichkeit, sich mit Experten über andere Systeme und Methoden auszutauschen und diese aus erster Hand zu erlernen. Im diesjährigen Bericht erzählen die ersten zwei Teilnehmer von ihren Erfahrungen.

Den Animal Welfare Report 2012 kann man auf der Website unter www.interpharma.ch/de/politik/Charta-fuer-den-Tierschutz.asp downloaden.



Artikel kommentieren

Weitere Meldungen

Schweiz

Tierversuche 2017: Anzahl der eingesetzten Versuchstiere gesunken

Im Jahr 2017 wurden in der Schweiz 614 581 Tiere für Tierversuche eingesetzt. Dies entspricht einem Rückgang um 2,4 % gegenüber dem Jahr 2016
Weiterlesen

Schweiz

Tierversuchsstatistik 2015: Zunahme von Tierversuchen wegen Verhaltensstudien

2015 wurden in der Schweiz 682.000 Tiere für Tierversuche eingesetzt. Das entspricht einem Anstieg um 12,5 % gegenüber dem Vorjahr. Der Grund dafür sind Verhaltensstudien an grossen Herden und Artenschutzprojekte
Weiterlesen

Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen BLV

Tierversuchsstatistik 2014: Leicht höhere Zahl der eingesetzten Tiere

2014 wurden 606.505 Tiere für Tierversuche eingesetzt. Das entspricht gegenüber dem Vorjahr einer Erhöhung von 2,8 %. Über drei Viertel der verwendeten Tiere waren einem Versuchs-Schweregrad von 0 oder 1 ausgesetzt, was für die Tiere keine oder nur eine leichte Belastung bedeutet
Weiterlesen

Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen

Bundesrat lässt Schaffung eines Kompetenzzentrums für Tierversuche in der Schweiz prüfen

Der Bundesrat hat am 1. Juli 2015 einen Bericht über Tierversuche in der Schweiz verabschiedet. Dieser zeigt auf, wie die Erforschung von Alternativmethoden gefördert, die Zahl der Tierversuche verringert und die Belastung der Tiere vermindert werden kann
Weiterlesen

Bundesamt für Lebensmittelsicherheit BLV

Erhöhte Transparenz über abgeschlossene Tierversuche

Ab November 2014 informiert das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit BLV auf seiner Website neu alle drei Monate detailliert über Titel, Versuchszweck und Schweregrad der abgeschlossenen Tierversuche
Weiterlesen

Schweiz

Tierversuchsstatistik 2013: abnehmende Tendenz beim Einsatz von Tieren in Versuchen

Im Jahr 2013 ist die Zahl der in Tierversuchen verwendeten Tiere gegenüber 2012 um 2,7 % auf 590.245 gesunken. Die neu erteilten Bewilligungen hingegen haben um 29 % auf 1213 Bewilligungen zugenommen. Für Versuche im Bereich von Kosmetika oder Tabakwaren wurden keine Tiere verwendet
Weiterlesen

Tierversuchsstatistik 2012

Tierversuchsstatistik 2012: nochmals eine deutliche Abnahme der Tierzahlen

Im Jahr 2012 ist die Zahl der in Tierversuchen verwendeten Tiere gegenüber 2011 um 8,4 % auf 606‘434 gesunken (-55‘694). Die schwerbelastenden Versuche mit Schweregrad 3 haben um 15% abgenommen und machen 2012 noch 1,9 % aller Tierversuche aus
Weiterlesen

Eirini Fragkiadaki gewinnt Award für Tierexperimentelle Forschung; Bildquelle: Basel Declaration Society

Eirini Fragkiadaki gewinnt Award für Tierexperimentelle Forschung

Junge Forscherin aus Griechenland ist die Gewinnerin des diesjährigen «Basel Declaration Award für Tierexperimentelle Forschung»
Weiterlesen