Bundesrat passt das Jagdbanngebiet Hutstock in der Zentralschweiz an

(20.11.2013) Die Regierungen der Kantone Nidwalden und Obwalden haben beim Bundesrat beantragt, einen Teil des eidgenössischen Jagdbanngebietes Hutstock in das touristisch weniger intensiv genutzte Gebiet Bannalp zu verlegen.

Damit wird das Netz der eidgenössischen Wildtierschutzgebiete aufgewertet. An seiner Sitzung vom 20. November 2013 hat der Bundesrat dem Antrag der beiden Kantone zugestimmt.

Die Regierungen der Kantone Nidwalden und Obwalden hatten diesen Juli beim Bundesrat beantragt, einen Teil des Jagdbanngebietes Hutstock zu verlegen, der im touristisch intensiv genutzten Trübseegebiet liegt.

Als Ersatz für diese 10,26 Quadratkilometer haben sie vorgeschlagen, ein neues eidgenössisches Jagdbanngebiet namens Bannalp-Walenstöcke (Kantone NW/OW) zu schaffen. Dieses hat eine Fläche von 10,28 Quadratkilometern und grenzt an das bestehende Jagdbanngebiet Hahnen.

Sicherstellung des Wildtierschutzes wegen touristischer Nutzung schwierig

Die Wildtiere und ihr Lebensraum können im Trübseegebiet gegenwärtig auch mit grossem Aufwand nur schwer geschützt werden, da der Raum Engelberg-Trübsee-Titlis touristisch intensiv genutzt wird.

Problematisch ist vor allem, dass viele Schneesportler trotz Absperrungen, Markierungen und Informationen ausserhalb der markierten Pisten fahren. Schneehuhn, Birkhuhn, Schneehase und weitere Wildtiere werden dadurch empfindlich gestört.

Viele der touristischen Infrastrukturanlagen - beispielsweise die Titlisbahn - wurden erstellt, bevor 1991 der Schutz der Wildtiere und ihrer Lebensräume verstärkt wurde (siehe Kasten). Ein Grossteil dieser Anlagen muss in naher Zukunft saniert oder ersetzt werden.

Bei Aufrechterhaltung des Jagdbanngebietes wären Ausbauprojekte kaum möglich. Dies, obschon der Richtplan des Kantons Obwalden das Gebiet als Tourismus-Schwerpunkt festlegt und einen weiteren Ausbau vorsieht.

Die Wildruhezonen im Trübseegebiet bleiben auch nach Aufhebung des eidgenössischen Schutzes erhalten. Zudem ist der Kanton Nidwalden weiterhin verpflichtet, den Schutz der Wildtiere bestmöglich zu gewährleisten.

Ersatzgebiet von gleicher Qualität

Der Bundesrat befürchtet, dass bei einer Ablehnung dieses Antrages die Bundes-Wildtierschutzgebiete als Ganzes Schaden nehmen könnten. Denn die Anforderungen eines Wildtierschutzgebiets von nationaler Bedeutung und die intensive touristische Nutzung des gleichen Gebiets führen zu Widersprüchen, die nicht verständlich kommuniziert werden können.

Da mit dem Gebiet Bannalp-Walenstöcke aus wildbiologischer Sicht ein qualitativ und quantitativ sehr guter Ersatz geschaffen wird, stimmt der Bundesrat dem Antrag der Kantone Nid- und Obwalden zu.

Die Anhänge der Verordnung über die eidgenössischen Jagdbanngebiete werden entsprechend angepasst, die Änderungen treten am 1. Januar 2014 in Kraft.

Das Netz der eidgenössischen Jagdbanngebiete wird durch die Verlegung aufgewertet: Weil das Gebiet Bannalp-Walenstöcke ans bestehende eidgenössische Jagdbanngebiet Hahnen grenzt, erhalten die Wildtiere künftig einen besseren, weil ganzjährigen Schutz.

Im hoch gelegenen Gebiet Hahnen halten sich vor allem im Sommer Wildtiere auf, im Winter ziehen sie in tiefer gelegene Gebiete des neuen Jagdbanngebietes. Eine sanfte touristische Nutzung des neuen Jagdbanngebietes Bannalp-Walenstöcke wird auch in Zukunft möglich sein



Artikel kommentieren

Weitere Meldungen

Gamsblindheit schwächt Wildtierpopulationen; Bildquelle: René Gadient

Abendführungen des Schweizer Museum für Wild und Jagd im Schloss Landshut

«Jagd heute – zwischen Leidenschaft und Verantwortung» ist Leitthema an den diesjährigen Abendführungen des Schweizer Museum für Wild und Jagd im Schloss Landshut
Weiterlesen

Schweizer Bundesrat

Teilrevision Jagdgesetz: Bundesrat eröffnet Vernehmlassungsverfahren

Der Bundesrat hat am 24. August 2016 die Vernehmlassung zur Änderung des Jagdgesetzes eröffnet. Künftig sollen Bestände gewisser konfliktträchtiger geschützter Arten reguliert werden können
Weiterlesen

Schweiz

Die Revision der Schweizer Jagdverordnung stösst auf breites Interesse

Da sich in den vergangenen 25 Jahren die Anforderungen an Schutz und Nutzung verändert haben, soll die Jagdverordnung angepasst werden
Weiterlesen

Schweiz

Schweizerische Jagdverordnung soll heutigen Bedürfnissen angepasst werden

Der Mensch nutzt die Natur immer intensiver für Freizeitaktivitäten. Das beeinträchtigt die Rückzugsräume der Wildtiere. Daneben breiten sich die Grossraubtiere in der Schweiz aus, was ebenfalls zu Konflikten führt
Weiterlesen