Futtermittelkontrolle: Trotz positiver Entwicklung ist Vorsicht geboten

(18.02.2015) Agroscope hat den Auftrag, die in der Schweiz in den Handel gebrachten Futtermittel für Nutz- und Heimtiere (Petfood) zu kontrollieren. Im vergangenen Jahr wurden 1.482 Proben erhoben und analysiert. Trotz einer Erhöhung des Anteils an konformen Proben während der letzten Jahre ist aufgrund einzelner Fälle Vorsicht geboten.

Im Rahmen der amtlichen Futtermittelkontrolle erhob Agroscope im Jahre 2014 1.329 Proben von Nutztierfuttermitteln sowie 153 Proben von Heimtierfuttermitteln. Inspektionen wurden in mehr als 350 Produktions- oder Handelsbetrieben durchgeführt.

75 % konforme Futtermittel für Nutztiere

Drei Viertel der untersuchten Nutztierfutter gaben keinerlei Anlass zu Beanstandungen. Der Anteil der Proben mit leichten Nicht-Konformitäten (unvollständige Etikettierung, von der Deklaration geringfügig abweichende Gehalte) lag bei 11,4 %, während der Anteil der nicht-konformen Futtermittel (Beanstandungen mit finanziellen Konsequenzen) bei 12,7 % lag.

Ein Rückblick auf die letzten sieben Jahre zeigt eine erfreuliche Tendenz zur Verbesserung der Situation, da der Anteil der konformen Proben von 50 % auf 75 % gestiegen ist. Der Anteil der Proben mit nicht konformen Deklarationen folgt ebenfalls einer positiven Entwicklung mit einem Rückgang um mehr als 50 %. Es ist jedoch festzustellen, dass der Anteil der Proben mit nicht konformen Analysenresultaten seit 2012 wieder ansteigt.

Importfutter: Gezielte Kontrollen sind notwendig

Ein besonderes Augenmerk legte Agroscope auch 2014 auf die importierten Futtermittel. Diese wurden sowohl bei den Futtermittelbetrieben als auch an den Zollstellen beim Import bemustert. 264 Einzelfuttermittel, 26 Mischfuttermittel und 71 andere Produkte wurden aus verschiedenen Betrieben im Inland untersucht.

Der Anteil der Futtermittel ohne Beanstandung lag bei 85,0 %. 5,7 % der Proben wurden wegen leichten Nicht-Konformitäten beanstandet, während der Anteil der nicht-konformen Futtermittel bei 9,3 % lag.

Der Hauptanteil der Beanstandungen ist auf Zusatzstoff- und Nährstoffgehalte, welche ausserhalb der amtlichen Toleranzgrenzen liegen, oder auf bedeutende Deklarationsmängel zurückzuführen. Zudem wurden in verschiedenen Fällen unerwünschte Substanzen festgestellt: Aflatoxine in Maiskleber, Chlortetracyclin in einem importierten Kälberfutter, fünf Fälle von Salmonellen, in Maiskleber, Sojaextraktionsschrot, Sonnenblumenkuchen oder Fleischmehl.

Agroscope leitete Sofortmassnahmen ein, damit die Gesundheit von Mensch und Tier in der Folge nicht gefährdet wurde. Zudem empfiehlt Agroscope der Branche, gezielte Kontrollmassnahmen zu ergreifen.

Starke Verbesserung bei den Heimtierfuttermitteln

Von den 153 bei Herstellern und Wiederverkäufern erhobenen Proben von Heimtierfuttermitteln wiesen 35,3 % kleinere Mängel auf. Zu Beanstandungen mit finanziellen Konsequenzen gaben lediglich zwei Proben Anlass wegen Gehalten an Ambrosia-Samen, welche über dem Höchstwert lagen. Beide Produkte wurden vom Markt genommen.

Ein Rückblick auf die letzten sieben Jahre ergibt eine sehr positive Tendenz und eine klare Verbesserung der Situation. Der Anteil der konformen Proben ist von weniger als 20 % auf mehr als 60 % gestiegen. Der Anteil der Proben mit nicht konformen Deklarationen nahm in diesem Zeitraum um rund 20 Prozentpunkte ab.

GVO unter Beobachtung

Von den insgesamt 1.329 Nutztierfuttermittelproben wurden 248 Mischfutter (und weitere Produkte) und 155 Einzelfuttermittel auf gentechnisch veränderte Organismen (GVO) untersucht. Keine Probe gab Anlass zu Beanstandungen.

Agroscope legt besonderen Wert auf die Sicherheit der Futtermittel. Zu deren Gewährleistung wurden verschiedene relevante Parameter untersucht: Dioxine und PCB sowie andere unerwünschte Stoffe wie Antibiotika, Schwermetalle, Salmonellen, verschleppte Kokzidiostatika, Pestizide und Mykotoxine. Die Resultate dieser zahlreichen Analysen fielen weitestgehend negativ aus. Einzig in einigen Fällen von importierten Futtermitteln wurden Abweichungen festgestellt.



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