Fischerei und Kormorane: Weniger Fangverluste und Schäden als angenommen

(26.07.2013) Kormorane verursachen weniger Schäden an den Netzen der Berufsfischer als bisher angenommen. Auch die Verluste der Fischereierträge sind weniger hoch als angenommen. Eine Studie im Auftrag des Bundesamts für Umwelt BAFU hat Methoden zur Erkennung von Kormoranschäden untersucht und effektive Kormoranschäden ermittelt.

Die immer zahlreicheren Kormorane, die durch die Schweiz ziehen und hier überwintern, lösen zunehmend Konflikte mit Berufsfischern aus. Diese klagen über geringere Erträge und Schäden an Netzen und Reusen.

Im Auftrag des Bundesamts für Umwelt BAFU hat die Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften die Studie «Kormoranschäden an Fischernetzen und Reusen - Ausmass und Prävention am Neuenburgersee» erarbeitet.

Die Autoren haben Methoden entwickelt, wie Kormoranschäden erkannt werden können. Dabei untersuchten sie in Zusammenarbeit mit Berufsfischern am Neuenburgersee die durch Kormorane verursachten Löcher in den Fangnetzen, die Schäden an den Reusen sowie die Verletzungen an den gefangenen Fischen.

Sie stellten fest, dass der durch Kormorane verursachte Gesamtschaden zurzeit 1,2 bis 3,9 Prozent des Werts des Gesamtfangs beträgt.

Die Autoren gehen aber davon aus, dass die Schäden in Zukunft wegen wachsender Brutkolonien zunehmen könnten. Präventive Massnahmen, wie die Änderung von Arbeitsabläufen und eine verbesserten Fischabfallentsorgung, könnten dieser Entwicklung entgegen wirken.

Die Erkenntnisse aus der Studie dienen der Umsetzung einer 2010 überwiesenen Motion der Kommission für Umwelt, Raumplanung und Energie des Nationalrates (UREK-N, 09.3723), die eine Revision der Verordnung über die Wasser- und Zugvogelreservate von internationaler und nationaler Bedeutung vorsieht . Zudem bildet sie die wissenschaftliche Grundlage für die Erarbeitung einer neuen Kormoran-Vollzugshilfe des Bundes.



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