Feldarbeit für den neuen Brutvogelatlas 2013–2016 beinahe abgeschlossen

(21.08.2016) Seit 2013 durchstöbern freiwillige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Vogelwarte Sempach jeweils im Frühling und Sommer die Schweiz und Liechtenstein auf der Suche nach Brutvögeln. Ende August wird die Feldarbeit für den neuen Brutvogelatlas abgeschlossen.

In vier Jahren haben mehr als 3000 Vogelkundler 215 Brutvogelarten entdeckt und dabei zu Fuss über 400'000 km zurückgelegt.

Diese beeindruckende Leistung ermöglicht eine aktualisierte Gesamtschau zur Lage der Vogelwelt und indirekt auch zum Zustand ihrer Lebensräume.


Der Wiedehopf ist von der Schweizer Bevölkerung zum "Atlasvogel" und damit zum Maskottchen für den Brutvogelatlas 2013–2016 gewählt worden

Das grösste vogelkundliche Feldprojekt, das je in der Schweiz begonnen worden ist, nähert sich seinem Abschluss, denn in wenigen Wochen endet die vierte und letzte Feldsaison für den neuen Brutvogelatlas der Schweiz und des Fürstentums Liechtenstein.

Um die Frage zu beantworten, welche Vogelarten wo und in welcher Anzahl brüten, haben die Freiwilligen der Schweizerischen Vogelwarte Sempach zwischen 2013 und 2016 das ganze Land durchsucht, total 215 Brutvogelarten gefunden und auf den Begehungen zu Fuss eine Gesamtstrecke von mehr als 400'000 km bewältigt.

Diese wertvollen Daten dienen der Vogelwarte dazu, den derzeitigen Zustand und die neuesten Entwicklungen in der einheimischen Vogelwelt aufzuzeigen.

Sie liefern auch die Basis für die zukünftigen Prioritäten beim Vogelschutz. «Anhand der neuesten Daten lässt sich die aktuelle Situation der verschiedenen Arten mit jener der Fünfziger-, Siebziger- und Neunzigerjahre vergleichen.

Daraus können wir ableiten, wo und für welche Arten eine Förderung am dringlichsten ist.» betont Peter Knaus, Koordinator des Atlasprojektes, und ergänzt: «Einige Arten, wie etwa die Mönchsgrasmücke, zeigen eine Ausbreitungstendenz in höhere Lagen. Dies könnte eine Folge der Klimaerwärmung sein.»

Andere Trends sind beunruhigender. So sind wegen der intensivierten Landwirtschaft in den Tal- und mittleren Lagen einige früher häufige Arten des offenen Kulturlandes selten geworden.

Die festgestellten Trends bei den Beständen und bei der Verteilung der Brutvögel erlauben auch Hinweise auf landschaftliche Veränderungen. Vögel sind also wichtige Indikatoren für den Zustand der gesamten Biodiversität.

Der neue Brutvogelatlas ist deshalb auch eine unverzichtbare Grundlage für den Naturschutz in der Schweiz.

Brutvogelatlas 2013–2016

Weitere Informationen zu diesem ornithologischen Grossprojekt der Schweizerischen Vogelwarte Sempach finden Sie auf: www.vogelwarte.ch/atlas




Artikel kommentieren

Weitere Meldungen

Ein junger Kuckuck wird von einem Teichrohrsänger gefüttert, einem häufigen Wirtsvogel in der Schweiz. Er überragt seine Adoptiveltern dabei um ein Vielfaches! ; Bildquelle: Oliver Richter

Kuckuck ist in der Schweiz immer seltener anzutreffen

Das zeigt der neue Brutvogelatlas der Schweizerischen Vogelwarte Sempach, der Ende 2018 erscheint
Weiterlesen

Schleiereule ; Bildquelle: Mario Böni

Wo brütet die Schleiereule?

Der Endspurt bei der Volkszählung der Vögel hat begonnen, doch Nachweise der Schleiereule fehlen noch aus vielen Teilen der Schweiz
Weiterlesen

Grünlaubsänger ; Bildquelle: Lionel Maumary

Grünlaubsänger brütet erstmals in der Schweiz

Brutvogelatlas 2013–2016 zeigt Gewinner und Verlierer
Weiterlesen

Atlas Deutscher Brutvogelarten

Atlas Deutscher Brutvogelarten - neuer Brutvogelatlas liefert umfassenden Datenfundus

Die Kartierung von 80 Millionen Brutpaaren und damit mehr als 400.000 Stunden ehrenamtlicher Arbeit stecken in „ADEBAR“, dem neuen Atlas Deutscher Brutvogelarten
Weiterlesen