100 Jahre Schweizerische Vogelwarte

(12.04.2024) Auf den Tag genau 100 Jahre nach ihrer Gründung hat die Schweizerische Vogelwarte ihr Jubiläum mit einem Festakt gefeiert. Bundespräsidentin Viola Amherd überbrachte die Glückwünsche der Landesregierung.


Festakt zum hundertjährigen Bestehen mit Stiftungsratspräsident Kurt Bollmann, Kantonsratspräsidentin des Kantons Luzern Judith Schmutz, Regierungspräsident des Kantons Luzern Fabian Peter, Bundespräsidentin Viola Amherd und Vorsitzender der Institutsleitung Matthias Kestenholz (v.l.n.r.)

Seit ihrer Gründung verfolgt die Vogelwarte die Ziele, die noch heute Bestand haben. «Unsere Vision ist es, die heimische Vogelwelt zu verstehen und sie in ihrer Vielfalt für kommende Generationen zu bewahren», heisst es im Leitbild der Vogelwarte.

«Aus der überzeugenden Vision unserer Vorgänger ist eine Stiftung geworden, die die Vogelkunde und den Vogelschutz in unserem Land massgebend mitgestaltet. Geblieben ist die Grundhaltung als Richtschnur: fundierte fachliche Grundlagen über Vögel zu erarbeiten und sich darauf gestützt für das Wohl der Vögel und ihrer Lebensräume einzusetzen», sagte Institutsleiter Dr. Matthias Kestenholz beim Festakt in Sempach.

Die Arbeit und das Engagement der Vogelwarte würden auch in Zukunft unverzichtbar sein, denn nach wie vor seien viele Vogelarten bedroht.

«Sie sind ein Indiz dafür, wie wir Menschen mit den Vögeln, ihren Lebensräumen und den natürlichen Ressourcen umgehen. Mit ihrem thematischen Fokus, der exzellenten Forschung und der ambitionierten Schutzarbeit leistet die Vogelwarte einen unverzichtbaren Beitrag auf dem Weg in eine nachhaltigere Schweiz», so Kestenholz: «Die Schweiz braucht die Vögel, sie sind Teil ihres Naturerbes, sie müssen hier dauerhaft leben können.»

Die Vogelwarte zähle darauf, dass Behörden, Partnerorganisationen, Firmen und Bevölkerung diesen Weg mit ihr gemeinsam beschritten, etwa mit einem Ja zur Biodiversitätsinitiative, über die im September abgestimmt wird.

Bundespräsidentin Viola Amherd hob hervor, dass der sorgfältige Umgang mit der Natur letztlich auch uns Menschen diene: «Die Biodiversität ist dem Bundesrat wichtig, aber sie ist in der Schweiz unter Druck. Das zeigen uns die Vögel. Sie sind die Botschafter unserer biologischen Vielfalt. Gefragt ist unser aktives Zutun, einerseits auf allen politischen Ebenen, und andererseits auf gesellschaftlicher Ebene. Die Erfolgsgeschichten der Vogelwarte beweisen, dass ihre Arbeit wirkt», so die Bundespräsidentin.

Der Luzerner Regierungspräsident Fabian Peter wiederum dankte der Vogelwarte für die sehr gute und geschätzte Zusammenarbeit. Die Vogelwarte sei ein verlässlicher Partner für den Kanton wie auch die Land- und Forstwirtschaft. Auch freute er sich über das attraktive Besuchszentrum in Sempach, das nicht nur von der Luzerner Bevölkerung rege besucht wird.

Die Vogelwarte verfügt über beste Voraussetzungen, um die Erfolgsgeschichte der ersten hundert Jahre fortzuschreiben: Sie geniesst in der Bevölkerung einen grossen Rückhalt und darf auf die unschätzbare Zusammenarbeit mit ihren 2000 freiwilligen Mitarbeitenden und den Partnerorganisationen zählen. 

Sie deckt mit ihrem kompetenten und motivierten Team eine breite Palette an wichtigen Aufgaben ab, die von der Vogelpflege über die Bestandsüberwachungen bis zu Grundlagen- und angewandter Forschung, Umweltbildung, Artenförderung und Lebensraumaufwertungen reichen.



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